So viel habe ich gestrickt

Sonntag, 23. Juni 2013

Das Nähzeug meiner Mutter

Als meine Mama 2010 starb nahm ich ihre Nähkästen mit, weil sie mir liebe Erinnerungen an die Kindheit sind und auch, weil ich ja gern mit "textilen Dingen" meine Freizeit verbringe. Allerdings stand alles weitgehend unberührt da, nur ab und an, wenn ich etwas benötigte, von dem ich meinte, es müsste dabei sein, kramte ich was heraus und machte alles wieder zu. Um ganz ehrlich zu sein, hat meine Mama immer meinen Nähkasten aufgeräumt, das tat sie sehr gern und ich war immer begeistert, wie sie alles ordnete und zusammen hielt. Schon öfter hatte ich im Hinterkopf nun endlich selbst ihre und auch meine Schätze in eine gemeinsame Ordnung zu bringen. Heute sollte es ein kleiner, messingfarbener Kugelknopf für ein Strickprojekt sein, den ich aus der Knopfkiste grabbeln wollte. Als ich meinen Bastel-Vorratsschrank öffnete sah ich meine verschiedenen Behältnisse mit Garn, Knöpfen, Bändern ect. und auch die Nähkästen und Knopfkiste von meiner Mama. Beim stöbern war ich wie immer fasziniert, wenn ich Knöpfe sah, die als Kind meine Kleidung zierten oder wenn sie mich an ein Kleidungsstück meiner Eltern erinnerten. Wie es dann manchmal so ist, war wohl heute der Tag zum Klarschiff machen. Einiges ist nicht mehr brauchbar, wie uralte Gummilitze oder so nostalgische Dinge wie Kunststoffverschlüsse von BH oder Strumpfhaltern. Anders werde ich vielleicht auch nie benutzen oder gar verbrauchen, aber es bleibt eben da. Die defekte Sortierschachtel mit dem Rosenmuster füllte immer den unteren Boden der roten Nähtreppe, dort befanden sich Gürtelschnallen und kleine Lederreste, Verschlüsse und anderes. Und ich meine IMMER! Also seit ich denken kann. Ich werde sie demnächst mit zur Arbeit nehmen und dann nach Feierabend reparieren und in Ehren halten. Ach ja, einen kleinen Messingknopf habe ich auch gefunden, nur habe ich mein Strickprojekt heute doch nicht beendet. Dafür sieht mein Nähzeug nun wieder tipp topp aus.
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