So viel habe ich gestrickt

Sonntag, 21. Dezember 2014

Advent


Advent

Schon sind in diesen Nebeltagen
Viel rote Flämmchen angefacht.
Wo Turm und Pfeiler aufwärts ragen,
Sind Türen hell und weit gemacht.

Es geht ein Kind durch Nacht ins Helle -
Es hebt den Blick: Dein Herz entbrennt,
Und zitternd stehst Du auf der Schwelle,
Ob Dich das fremde Kind nicht kennt.

Ein Klang erwacht: Wie lange schliefst Du?
Ein Duft blüht auf: Woher, woher?
Und eine Sehnsucht klagt, als riefst Du
Schon immer durch das Nebelmeer.

So neige Dich. - Und Deine Flammen
Laß sanfter glühn. Denn alles Licht
Aus Deinem Dasein strömt zusammen
Vor eines Kindes Angesicht.

Es kennt Dich wohl. Der Gottgedanke
Gebiert Dich eh er Dich benennt. -
Und damals schrittst Du sonder Schranke
Zur Seite jenem Kind. - Advent!


Mit diesem Gedicht von Maria von Ribbentrop wünsche ich uns allen einen schönen 4. Advent.
Kommentar veröffentlichen